Bayerisches Lob für Lkw-Bremse in Kufstein

Blockabfertigung

Kufstein, Kiefersfelden – Aus Bayern kommen nicht nur böse Worte zur Lkw-Blockabfertigung bei Kufstein-Nord. Das Kieferer Bündnis für Familie begrüßt die Aktion, wie dessen Sprecher Roland Schmidt erklärt. Das würde nicht nur in Kiefersfelden so gesehen. „Diese Blockabfertigung unterstützt uns beim Einsatz für eine unterirdische Bahntrasse“, sagt Schmidt, der auch SPD-Gemeinderat und Kreisrat ist, zur TT. Durch diese Abfertigung und ihre durch die Lkw-Staus bis nach Rosenheim spürbare Auswirkung „sieht man, welche große Menge Lkw fahren“, erklärt Schmidt. Und damit wird die Forderung, diese auf die Schiene zu bringen, verstärkt. Zugleich könnte eine derartig große Menge Güter mit der Bahn nicht oberirdisch durch die Gemeinden transportiert werden. „Viele Jahre wurde verhandelt, diskutiert und versprochen. Geschehen ist auf bayerischer Seite nichts. Der Schwerlastverkehr überrollt das Inntal. Die stets angekündigte Schienenentlastung ist eine Farce. Für den Brennerbasisanschluss auf bayerischer Seite gibt es keine wirkliche Idee“, kritisiert der Bündnissprecher.

Schmidt spricht damit die ins Stocken geratene Planung der Bahnzulaufstrecke von Langkampfen/Schaftenau bis ins bayerische Inntal an. Bekanntlich wurde der Planungskorridor auch von Kufstein auf die Untere Schranne in Tirol (Erl/Ebbs) bis ins bayerische Neubeuern/Rosenheim ausgedehnt. Prompt kamen von dort Proteste und die Planung wurde für einen weiteren Dialog gestoppt. „Das haut uns jetzt lange zurück“, befürchtet Schmidt. Im bayerischen Inntal will man auf alle Fälle eine offene Bahntrasse verhindern. Auch für die Autobahn erhebt das Kieferer Bündnis Forderungen, die sich mit den Tiroler Ansichten decken: „Erhöhung der Lkw-Maut auf die tatsächlich verursachten Kosten und Einrichten einer Alpenkontingentbörse“, sagt Schmidt. Zugleich spricht er ein spezielles Problem an: „Wir wollen auch ein Lkw-Überholverbot auf der Autobahn Richtung Kufstein.“ In Richtung Rosenheim besteht es bereits. Für die Dosierampel vor der Kufsteiner Ortseinfahrt bringt Schmidt aber nur wenig Verständnis auf. „Deshalb fahren die Leute trotzdem von der Autobahn ab“, glaubt Schmidt. Betroffen wären nur die Kiefersfeldner und ihre bayerischen Nachbarn, die nun am Samstag weniger zum Einkaufen nach Kufstein fahren. Umgekehrt, so Schmidt, würden die Kufsteiner nun lieber am Freitag nach Bayern fahren. „Auf dieses Problem habe ich hingewiesen“, sagt der Kufsteiner Bürgermeister Martin Krumschnabel. Er verweist auf den positiven Gemeinderatsbeschluss der Gemeinde Kiefersfelden, die sich für die Dosierampel aussprach und der letztlich zum Aufstellen der Ampel führte. „Ich war von Anfang an skeptisch“, sagt Krumschnabel. Im Ganzen sei es aber nur eine kleine Maßnahme. In Kufstein warte man noch immer darauf, dass das im Vorfeld der Nationalratswahlen abgegebene Versprechen zur Abschaffung der Vignettenpflicht bis Kufstein-Süd erfüllt wird. Dabei schwebt bereits das nächste Damoklesschwert über den Grenzorten: die deutsche Maut. „Dann ist es ganz aus“, befürchtet Schmidt noch mehr Umwegverkehr, diesmal aus Tiroler Richtung.